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Gezielt Netzwerken

Netzwerke sind wichtig für die Karriere. Wie nutzt man sie richtig?

Im Interview: Andrea Hopfgartner | Branded Content

Andrea Hopfgartner hat ihren Karriereweg in der IT- und Tech-Branche gefunden. Sie ist Beraterin bei Accenture in Zürich und begleitet verschiedene Kund:innen aus dem Bereich Financial Services bei der digitalen Transformation. Ein wichtiger Faktor für sie, um ihren Weg zu finden und auch noch jetzt aktiv ihre Karriere zu gestalten, ist das Engagement in Netzwerken. Wir haben sie zum Interview getroffen, um mehr darüber zu erfahren.

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Accenture AG

Fraumünsterstrasse 16

8001 Zürich

Kanton Zürich

Web: www.accenture.ch

Andrea Hopfgartner, Management Consultant, Accenture AG
Andrea Hopfgartner, Management Consultant, Accenture AG

Andrea, erzähle uns bitte ein wenig zu deinem Werdegang bisher und wie du zu Accenture gekommen bist.

Mein Studium hat mich von BWL in Wien nach London für meinen Master in Business Finance geführt. Nach dem Abschluss gab es natürlich die typischen Fragen: Was mache ich? Was interessiert mich? Wo will ich hin? Investment Banking war zunächst im Gespräch, aber kam im Laufe der Bewerbungsphase erstmal nicht weiter in Frage. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich da nicht wohlfühlen würde bzw. es für mich nicht das richtige Umfeld für den Karrierestart ist. Nach mehreren Bewerbungsgesprächen in London, Wien und Frankfurt, hat dann bei Accenture Zürich das Bauchgefühl gestimmt.

 

Was hat den Ausschlag für Accenture gegeben?

Zum einen hat mir der sehr strukturierte Aufbau des gesamten Bewerbungs-Tages gefallen – erst Case Studies und nachmittags die individuellen Interviews. Entscheidend war für mich jedoch der Lernaspekt. In der Beratung kann ich mehrere Fachbereiche innerhalb einer Bank oder Versicherung von Grund auf kennenlernen. Zudem hatte ich keine Technologieausbildung im Studium und keine Kenntnisse wie Digitalisierung und Software Entwicklung funktionieren. Das wollte ich nachholen, da mich das ja mein ganzes Leben – nicht nur beruflich – begleiten wird und das Interesse bei mir dafür da ist.

 

Bei Accenture bist du jetzt im Bereich Financial Services, was ebenso einen hohen Technologie-Anteil hat in der Beratung. Wie gehst du damit um? Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung gibt es bei Accenture?

Jedes Projekt hat seine Lernkurve, einiges lernt man direkt beim „Doing“. So habe ich bei meinen bisherigen Projekten viele Berührungspunkte mit verschiedenen Technologien und Softwares gehabt. Gleichzeitig hat man im Projekt immer erfahrene Kolleg:innen an der Seite, die einen unterstützen und grundsätzlich ist es in unseren Teams so, dass man immer um Hilfe fragen kann. Mir ist es trotzdem wichtig, zu verstehen, welche IT-Lösungen wir unseren Kund:innen anbieten und für sie entwickeln. Ich denke, dadurch kann ich auch meinen Job besser machen. So nutze ich sehr gerne das vielfältige Angebot bei Accenture für unterschiedliche Trainings. Demnächst steht bei mir das „Intelligent Automation and Analytics“ Training an, weil ich mehr über das Microsoft Power BI Tool und die Möglichkeiten für Data Analytics lernen und das in meine tägliche Arbeit einbringen möchte.

 

Wenn du auf deine ersten Karriereschritte zurückschaust. Welche Learnings hast du mitgenommen, die du anderen jungen Frauen mitgeben würdest, die jetzt überlegen, wie sie starten sollen?

Ich empfehle, sich zunächst zu überlegen, was einem wichtig ist und seine Top 3 Bewerbungskriterien aufzuschreiben. Möchte man in die Breite gehen und lieber viele verschiedene Themen lernen oder in die Tiefe und sich in einem Bereich spezialisieren? Man kann sich im eigenen Netzwerk umschauen, welchen Werdegang Freunde oder andere Alumnis gemacht haben und die Möglichkeit nutzen, mit ihnen zu sprechen und nachzufragen, was hinter einer Rolle steckt. Darüber also den Blick erweitern, welche Firmen und Unternehmen es gibt und welche Karrierewege möglich sind.

 

Du hast die Netzwerke jetzt schon im privaten Bereich angesprochen. Wie bist du das Thema Netzwerke insgesamt angegangen? Waren sie für dich in deiner Anfangszeit wichtig?

Aus meiner Sicht schon. Als ich mich anfangs noch für Investment Banking interessiert habe, war es für mich sehr hilfreich mit jemanden zu sprechen, der mir wirklich aus dem Arbeitsalltag erzählen konnte. Und vor allem mit den vielen Mythen aufgeräumt hat, die man bei der Internetrecherche so findet. In meiner Uni gab es ausserdem Alumni Sessions, wo juniore wie seniore Professionals in Vorträgen aus ihrem Arbeitsalltag erzählt haben und Fragen gestellt werden konnten. Da waren interessante Karrieren dabei, das fand ich sehr spannend zu hören.

 

Hat sich der Umgang mit dem Thema Netzwerk mittlerweile bei dir verändert? Wonach entscheidest du, wie du dich engagierst und in welches Netzwerk du rein möchtest?

Es begleitet mich auf unterschiedliche Weise: Bei Accenture ist es beispielsweise durchaus wichtig, intern gut vernetzt zu sein. Darüber ergeben sich häufig neue Projekte oder Rollen, die für einen persönlich interessant sein können und eine Entwicklungsmöglichkeit bieten. Über unsere internen Netzwerke erlebe ich zudem wie wir unsere Unternehmenskultur leben und begegne vielen Rolemodels, die wiederum den Blick für eigene Karriereoptionen öffnen können. Davon abgesehen, macht es mir vor allem Spass, neue Personen kennenzulernen und über den Tellerrand zu schauen. Aus meiner Business-Brille heraus, sprich als Beraterin, schaue ich natürlich auch, welche Netzwerke es in der Schweiz gibt, die hinsichtlich Business Development oder potentiellen Kund:innen interessant sind. Auf der Recruiting-Ebene schaue ich mich um, wo ein interessanter Talent Pool ist mit qualifizierten Frauen und Männern, die wir für Accenture begeistern können und knüpfe spannende Kontakte.

 

Findest du es wichtig, dass es rein weibliche Netzwerke gibt oder sollten wir eigentlich viel mehr in gemischten Netzwerken unterwegs sein? Ganz im Sinne von Diversität und Inklusion.

Wir brauchen auf jeden Fall auch die Männer als Fürsprecher um Diversität und Inklusion vorwärts zu bringen. Wenn die Prämisse lauten soll, die Männer sind die Ursache des Problems, dann müssen sie auch Teil der Lösung sein. Es gibt einfach strukturelle Unterschiede, wie Frauen und Männer denken und an Situationen herangehen. Im Sinne der Vielfalt ist es immer gut beide Sichtweisen zu evaluieren. Wenn ich nun ausschliesslich in Frauennetzwerken bin, dann ergibt dies ja genauso eine verzerrte Sicht.

 

Hast du Tipps, wie man für sich das Thema „Netzwerke“ und „Karriere“ angehen kann? Worauf sollte man achten?

Netzwerke sind gut und wichtig, weil sie den Blick öffnen und überhaupt über Gespräche und die Begegnung mit unterschiedlichen Menschen und Karrieren Optionen aufzeigen können. Ich denke, grundsätzlich kannst du hier nicht viel falsch machen. Eventuell dich verzetteln, wenn du denkst, du musst jetzt in allen möglichen Netzwerken unterwegs sein. Genauso wie bei der Gestaltung der eigenen Karriere, solltest du dir Gedanken machen, was die eigenen Ziele sind, für dich priorisieren, was wichtig ist. Daraus ergeben sich dann schon häufig Erkenntnisse, welches Netzwerk für einen persönlich eine gute Plattform ist. Und am Ende sollte man sich bewusst sein, dass dies auch nachhaltig gepflegt werden sollte und man Netzwerke auch einfach mal „arbeiten“ lassen muss. Hier sehe ich ebenfalls eine Parallele zur eigenen Karrieregestaltung: Es ist wichtig, sich Gedanken zu machen, was man langfristig lernen möchte und genau hinzuschauen, welche Rollen einem dabei helfen können. Allerdings würde ich nicht empfehlen, zu häufig und zu schnell zu wechseln. Sponsor:innen und Förder:innen müssen die Chance haben, die Stärken und Schwächen kennenzulernen und wohin man die Person begleiten möchte.

 

Noch eine Frage zu deinem Arbeitgeber: Du bist seit sechs Jahren bei Accenture. Was begeistert dich an dem Unternehmen und an deinem Job?

Ich merke, dass ich mich hier unglaublich schnell und vielseitig entwickeln kann. Anders als in einem Linienjob, lerne ich in meinem Job viele unterschiedliche Situationen kennen. Es ist spannend, verschiedenen Menschen zu begegnen und deren Leadership und Managementstil zu beobachten. Über diese Vielfalt habe ich den Eindruck, dass ich am meisten für mich mitnehmen kann und selbst dynamisch bleibe und nicht einschlafe. In unseren internen Netzwerken treffe ich viele Kolleg:innen auf unterschiedlichen Level und sehe, wo die Reise hingehen kann. Die Projektarbeit bei uns macht es möglich, sich immer wieder neu zu entscheiden, sich zu entfalten und neue Erfahrungen zu sammeln. Diese Abwechslung macht mir Spass.

 

Was würdest du anderen Frauen mitgeben wollen?

Traut euch, eure Ziele und Wünsche auszusprechen und diese zu verfolgen. Frauen sind in der Regel zurückhaltender als Männer, die viel offener und direkter ansprechen, was sie wollen. Ich glaube Frauen fällt es schwerer Forderungen zu stellen, weil sie niemand anderen degradieren wollen, um eine Rolle einzunehmen. Sie sollten sich allerdings nicht von vermeintlich gültigen Stereotypen abschrecken lassen. Wenn man Lust hat in einen Bereich reinzuschnuppern: Do it! Wenn man merkt, das ist nichts für einen, dann hat man etwas dazugelernt und geh

veröffentlicht: 16.07.2021