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Vorsorge

Optimale Gesundheit und Longevity

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Optimale Gesundheit und Longevity
  • Auch bei gesunden Menschen können Vorsorgeuntersuchungen Sinn machen.

In der Bevölkerung wird aktuell viel darüber gesprochen, wie eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 verhindert werden kann. Die Menschen wollen Ihr Immunsystem aufbauen und ihre Gesundheit optimieren, damit sie idealerweise gar nicht angesteckt werden oder damit sie eine ungünstige Prognose bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 reduzieren können.

Kontakt

Dr. med. Dr. phil. Anna Erat

Klinik Hirslanden

Witellikerstrasse 40

8032 Zürich

Kanton Zürich

Zudem sind EU-weit Schätzungen zufolge bis zu einer Million Krebserkrankungen wegen der Corona-Pandemie nicht diagnostiziert worden, so ein Bericht von OECD und EU-Kommission. Gemäss Bericht sind Störungen der Gesundheitssysteme und ausgefallene Vorsorgeuntersuchungen wegen COVID-19 schuld.  Das habe negative Auswirkungen nicht nur auf die Lebensqualität der Betroffenen und deren Familien, sondern auch auf die Überlebenschancen der Patienten.

Zudem steigt der Stress und der Leistungsdruck bei der Arbeit bei vielen Arbeitsnehmer und Arbeitsgeber stetig. Daher wollen viele von uns wissen, wie wir die Resilienz steigern können, und wie wir im hohen Alter noch gesund leben können. So werden Check-ups und Themen wie Longevity immer beliebter. Um besser zu verstehen, wann Check-ups sinnvoll sind, und wie wir gesund Altern können, stellen wir einige kritische Fragen an Chefärztin Dr. Anna Erat.

1. Was ist ein Check-up?

Oft versteht man unter Check-up eine periodische Allgemeinuntersuchung bei Menschen, die sich gesund fühlen. Somit ist ein Check-up für subjektiv Gesunde eine Vorsorgeuntersuchung in Rahmen der Primärprävention, bei der es vor allem um die Früherkennung bislang symptomloser Krankheiten geht.Zudem gehen immer mehr Leute zum Check-up, weil sie sportlich ambitioniert sind, weil der Leistungsdruck bei der Arbeit hoch ist und sie Resilienz aufbauen wollen, und weil sie ihren Gesundheitszustand insgesamt verbessern wollen.Schliesslich geht es auch darum, im Frühstadium einer Krankheit die Progredienz der Erkrankungen sowie Komplikationen zu vermeiden.

2. Warum wollen Leute zum Check-up?

Immer mehr Personen gehen zum Arzt, um Ihre Gesundheit zu optimieren. Auch Unternehmen interessieren sich vermehrt für die Gesundheit der Mitarbeiter, denn sie wissen, dass deren Gesundheit und Wohlbefinden die Produktivität steigert und Krankheitsausfälle reduziert. Damit die Firmen produktiv und erfolgreich bleiben, bieten sie daher Check-ups für die Mitarbeiter an.

Aber auch Menschen mit chronischen Krankheiten wie z.B. arterielle Hypertonie, KHK, Diabetes und weitere metabolische Krankheiten wollen einen Check-up, um Komplikationen zu vermeiden und um ihr Wohlbefinden zu optimieren. Gerade multimorbide Patienten können von einem holistischen Ansatz eines Check-ups profitieren und sie bevorzugen oft Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt, statt nur organspezifische Untersuchungen bei Spezialisten durchzuführen. Schliesslich muss der Mensch und die Organsysteme bei Multimorbidität und Polypharmazie als Ganzes betrachtet werden.

Optimale Gesundheit und Longevity

3. Sollen Menschen, die sich kerngesund fühlen, ein Vorsorgeuntersuchung Angeboten bekommen?

Bei vielen gesunden Personen geht es nicht primär um Mortalität und Morbidität, sondern vielmehr um eine Verbesserung der Leistung und der Gesundheit, sowie von Förderung eines gesunden Lebensstils und somit auch die Reduktion von Risikofaktoren. Zum Beispiel bei Spitzensportlern und einigen Hobbysportlern (je nach Disziplin) sind beispielsweise jährliche sportärztliche Screenings indiziert. Auch wenn z.B. EKG-Screening-Untersuchungen im Rahmen von Check-ups nicht bei allen Personen nötig sind, wird ein EKG bei Sportlern empfohlen.Gemäss einer Studie vom National Research Council and Institute of Medicine in den Vereinigten Staaten sind bis die Hälfte aller frühzeitigen Todesfälle durch Risikoverhalten und ungesunden Lebensstil verursacht.

Durch motivierende Gespräche im Rahmen eines Check-ups, Beratung und Aufklärung, kann ein gesunder Lebensstil durch Sport, Ernährung, Schlaf, Health Litteracy, Rauchstopp und Gewichtsreduktion verbessert werden. Zudem können die Ärzte wichtige Themen zu psychosozialen Aspekten der Gesundheit und Depression gerade während der Zeit von Home-Office und Lock-Down angehen.

« Je früher desto besser»

Selbstverständlich ist die Früherkennung von Krankheiten auch bei Symptomfreiheit für die Prognose sehr wichtig. Zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen – die nach den Krebserkrankungen in der Schweiz die zweit- häufigste Todesursache sind – ist die Früherkennung von familiären Hypercholesterinämien wichtig. Das Motto «je früher die Diagnose, desto besser» ist hier von grosser Bedeutung, da einer ihrer wichtigsten Risikofaktoren das Cholesterin ist, besonders das LDL-Cholesterin (LDL-C).

4. Wo liegt die Evidenz?

In einer Studie in Circulation konnte 2015 gezeigt werden, dass 4,4% der Patienten, bei denen die Hypercholesterinämie gerade erst entdeckt worden war, eine KHK entwickelten. Lag die Hypercholesterinämie schon ein bis zehn Jahre vor, waren es 8,1%. Bei 11 bis 20 Jahren waren es 16,5% (8). Daher messen die aktuellen Guidelines der European Society of Cardiology (ESC) dem Screening von kardiovaskulären Risikofaktoren und der konsequenten Senkung des LDL-C eine grosse Bedeutung bei.

Bluthochdruck ist bekannterweise einer der wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren mit einer hohen Prävalenz in der Schweiz und weltweit. 60% der über 60-Jährigen und 80% der über 75-Jährigen sind hyperton. Die frühzeitige Diagnose und Behandlung der Hypertonie und deren Risikofaktoren wie Adipositas und Dyslipidämie kann das Auftreten von Folgekrankheiten wie Koronare Herzerkrankungen, Schlaganfall oder Nephropathien deutlich verringern. Leider sind jedoch bis 80% der Patienten mit einer arteriellen Hypertonie suboptimal eingestellt und profitierten so indirekt vom Check-up.

Weitere Risikofaktoren, die während eines Check-ups anamnestisch erhoben werden, sind familiäre Belastungen, erhöhter Alkoholkonsum, Nikotinkonsum und Bewegungsmangel. Ähnlich auch bei Lungenkrebs. Lungenkrebs ist die häufigste krebsbezogene Todesursache in der Schweiz – 85% der Fälle verlaufen tödlich. In der Schweiz stirbt jede 20. Person an Lungenkrebs. Machen sich Symptome wie Husten, Hämoptoe, Dyspnoe oder Schmerzen bemerkbar, ist es häufig schon zu spät. Auch bei Blutdruck und Diabetes ist die Früherkennung wichtig, um sekundäre Folgen zu vermeiden.

5. Wie sieht die Zukunft der Prävention aus?

Die Prävention zahlt sich aus, wenn die Qualität der Check-ups stimmt. Genauso wie eine verpasste Diagnose zu einer erheblichen Morbidität und Mortalität führen kann, kann auch eine Übertherapie höchst negative Auswirkungen haben. Daher geht es hier viel mehr darum, dass die Check-ups durch kompetente Fachleute durchgeführt werden mit individuellem Screening und richtigem Timing. Zudem dienen die Check-ups nicht nur der Reduktion von Morbidität oder Mortalität. Viel mehr können Risikoverhalten und Risikofaktorendurch Beratung und Aufklärung angegangen werden und Check-ups können zu einem gesünderen und produktiveren Lebensstil führen.

Es ist Zeit, die Gestaltung der Prävention umzudenken. Auf Populationseben, sind zum Beispiel Coaching Programme sowie das Einsetzen von Digital- und Tele-Medizin nötig. Zudem werden gezielte genetische Untersuchungen immer wichtiger.  Das traditionelle Modell, in dem alles in der Arztpraxis standardmässig gemacht werden soll, ist vorbei. Vielmehr sollten auf individuelle Risikofaktoren und genetische Vorbelastungen sowie Lebensstil und Lebensraum geachtet werden und Gesundheitsdaten können komplementär auch durch Wearables und digitale Technologien erfasst werden. 

«Gesundheit ist nicht selbst verständlich, aber wir können viel dafür tun, um sie zu erhalten und zu optimieren.»

Auch Longevity gewinnt immer mehr an Bedeutung in der Prävention. Obwohl der Begriff bereits im amerikanischen Raum und in der wissenschaftlichen Welt weit verbreitet ist, ist der Begriff im deutschsprachigen Raum nicht immer bekannt. Mit Longevity wird gesundes Altern gemeint. Also gesunde Langlebigkeit, bedeutet, die Lebensqualität und funktionale Fähigkeit bis ins hohe Alter zu fördern. In der Tat hat WHO 2021–2030 zur Dekade des gesunden Alterns erklärt. Heute und auch in der Zukunft gehen Menschen nicht zum Check-up ausschliesslich um Krankheiten zu vermeiden und zu diagnostizierten, sondern auch um die Gesundheit um Leistung zu optimieren. Wir bewegen uns in Richtung «Healthcare» und befassen uns nicht nur mit «Sickcare».

Zur Person: Dr. med. Dr. phil. Anna Erat

Ist Chefärztin im Check-up Zentrum Hirslanden. Sie absolvierte ihr Medizinstudium an der Universität Zürich und der Harvard Medical School. Nach ihrem langjährigen Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical hat sie auch im Bereich Epidemiologie und Health Systems Management doktoriert. Sie ist Autorin zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, ist klinische Dozentin für Medizinstudenten der Universität Zürich und vereint langjährige wissenschaftliche und klinische Erfahrungen aus den Bereichen Innere Medizin, Sportmedizin und Präzisionsmedizin.  

veröffentlicht: 25.11.2022