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MINT-Berufe

Schluss mit Stereotypen!

Autor: Mark Krüger

Schluss mit Stereotypen!

Frauen sind in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen immer noch klar in der
Minderheit. Was es braucht, sind faire und attraktive Rahmenbedingungen, um
der weiblichen «MINT-Power» den Weg zu ebnen.

s sieht düster aus am MINT-Horizont, denn die technisch-naturwissenschaftlichen Berufe sind immer weniger beliebt. Schon heute gibt es einen Nachwuchsmangel auf allen Bildungsstufen. Der «War of Talents» ist bereits im vollen Gange. Woran liegt es, dass immer weniger Jugendliche – dabei Mädchen so gut wie gar nicht – sich für MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) beziehunsgweise MINT-Berufe interessieren? Wie kann es gelingen, dieses Überbleibsel aus patriarchischen Zeiten loszuwerden? Denn: Was sind schon typische Frauen- oder Männerberufe?

Runter vom Präsentierteller

Fakt ist: In der Schweiz ist der Frauenanteil in technischen Studiengängen so tief wie in kaum einem anderen OECD-​Land. Von sechs Abschlüssen in MINT-Fächern gehen laut letztem «Bildungsbericht Schweiz» fünf an Männer – nur einer an eine Frau. Trotz vieler Bemühungen, technisch interessierte Schülerinnen zu fördern, mehr Frauen für ein MINT-Studium zu begeistern oder auch mehr Führungspositionen weiblich zu besetzen, hat sich daran in den letzten zehn Jahren kaum etwas geändert.
Die Gründe sind vielfältig. Da ist zum Beispiel das Nerd-Image, das vielen Berufen anhaftet – vor allem im Bereich Informatik. Ein weiterer Hemmschuh sind Stereotype, die sich hartnäckig halten – insbesondere in den Köpfen von Eltern, Lehr- und Beratungskräften. Dass Mädchen sich für Technik oder Mathematik interessieren, ist etwas Besonderes; bei den Knaben ist das wiederum völlig normal. Selbstzweifel und das Gefühl, sich als Frau permanent beweisen zu müssen, können die Folgen sein.
Ob mit Studium oder Lehre in der Tasche, Frauen sind im MINT-Bereich nicht nur untervertreten, sondern haben nach wie vor im Berufsleben grosse Herausforderungen zu meistern und müssen sich durchsetzen. Das schreckt viele im Vornhinein ab. Schade, denn es warten spannende Berufe, top Jobaussichten und Karrieremöglichkeiten.

Weibliche Vorbilder wichtig

«Um in Zukunft den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz sicherzustellen, müssen wir den Frauenanteil in den MINT-Fächern, im Speziellen in der Informatik, massiv steigern. Dazu sind Einsatz und ein kulturelles Umdenken von uns allen gefragt», betont Dr. Alain Gut, Präsident der Kommission Bildung
ICTswitzerland. Um Frauen für MINT-Berufe zu begeistern, sind laut Fachleuten aber auch praktische Erfahrungen wichtig – und weibliche Vorbilder. Zu dieser Erkenntnis kommt auch eine Microsoft-Studie: Demnach interessieren sich 22 Prozent der befragten jungen Frauen für ein MINT-Studium, wenn ihnen Vorbilder fehlen; mit Vorbildern sind es 44 Prozent.
Aber auch die Arbeitgeber sind gefragt, eine Arbeitskultur zu schaffen, in denen Frauen sich wohlfühlen. Das fängt streng genommen mit der Stellenbeschreibung an, in denen männlich-zentrierte Begriffe wie «Hacker» oder «durchsetzungsstark» nichts zu suchen haben, und gilt auch für das Bewerbungsprozedere. Das US-IT-Unternehmen Cisco zum Beispiel ermöglicht es Bewerberinnen, sich mit weiblichen Mitarbeiterinnen in MINT-Positionen auszutauschen. IBM geht in den USA noch einen Schritt zurück und lädt Studentinnen ein, einen mehrtägigen Blick hinter die Kulissen des IT- und Beratungsunternehmens zu werfen und sich mit potenziellen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen. Das Gute: Niemals hat es in der Schweiz so viele Initiativen, Projekte und Förderungen für den weiblichen Nachwuchs in den MINT-Disziplinen gegeben wie heutzutage – und es geht immer mehr Frauen, die ihren Weg im MINT-Bereich gehen und mit Klischees aufräumen. Das Thema «Frauen in MINT-Berufen» nimmt an Fahrt auf.

veröffentlicht: 01.10.2021